Jahresrückblick 2025

Nachdem das Jahr 2024 von vielen Höhen und Tiefen geprägt war, stand das vergangene Jahr im Zeichen der „Feuerwehr-Arbeit“. Unser Terminkalender war bereits zum Jahresanfang gut gefüllt. Diverse Jubiläen und Veranstaltungen aller Art waren geplant. In den Sommermonaten waren wir gefühlt jedes Wochenende mit unseren Fahrzeugen unterwegs.

Die Jugendfeuerwehr besteht derzeit aus 24 Kindern. Der Zuwachs ist mittlerweile so groß, dass wir aus Kapazitätsgründen die Aufnahme regulieren mussten. Besonders freut mich der große Anteil an weiblichen Mitgliedern, der aktuell zu großen Platzproblemen in der Frauenumkleide führt. Aber hier ist eine Lösung in Sicht.

Die Alters- und Ehrenabteilung besteht aktuell aus 11 Kameradinnen und Kameraden, deren Leitung weiterhin Manfred Wilke innehat. Als Teil des Leitungsteams der Alters- u. Ehrenabteilung der Amtsfeuerwehr leistet er auch dort einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Kameradschaft.

Mit derzeit 24 Einsatzkräften (davon 7 Frauen) wurde unsere Mannschaftsstärke etwas reduziert. Laut Papier sind wir daher noch immer unterbesetzt, jedoch in der Regel Einsatzbereit und können daher auch am Tage mit einer schlagkräftigen Truppe ausrücken.

Durchschnittlich findet sich 40 % der Mannschaft bei einer Alarmierung im Gerätehaus ein. Positiv zu erwähnen ist die Tageseinsatzbereitschaft, die statistisch gesehen mit 7,38 Einsatzkräften etwas höher als 2024 liegt.

Die Einsatzstatistik von 1992 bis 2025 zeigt, dass wir mehr gefordert werden denn je. Die Vielzahl der Einsätze sollte nicht an einigen Wenigen hängen bleiben. Unsere Mannschaftsstärke muss sich daher deutlich erhöhen. Im Vorjahresvergleich liegen wir mit 51 Alarmierungen deutlich über den Vorjahren. Eine Tendenz, die beunruhigend ist. Dabei ist zu beachten, dass wir von den Sturmereignissen verschont geblieben sind und daher die Einsatzzahlen nicht auf Einsatzhäufungen aufgrund von Unwetterschäden zurückzuführen sind.

Grundsätzlich liegt der Einsatzschwerpunkt auf der Hilfeleistung. Mit einem Plus von 72,7 % im Vorjahresvergleich ist dieser deutlich erkennbar. Die Alarmierungen zum Brandgeschehen sind rückläufig, was sicherlich auf den „Heißesten Sommer“ seit Aufzeichnungen zurückzuführen ist. In Summe stehen derzeit etwa ¼ mehr Einsätze auf Uhr, als im Vorjahr.

Im laufenden Jahr wurden wir zu 13 Brandeinsätzen alarmiert. Viele kleine Brände beschäftigten uns. So brannten einzelne Bäume am Bahnhof, in Heegermühler Straße sowie in Neuehütte. Die Feuer konnten zügig gelöscht und eine Ausbreitung verhindert werden.

Waldbrände waren in den amtsgehörenden Gemeinden des Amtes Britz-Chorin-Oderberg glücklicherweise nicht zu verzeichnen. In Bernau wütete ein größerer Waldbrand, der es nötigt machte, den TLF-Zug Nord zur Unterstützung anzufordern. Unser TLF4000 ist Teil dieses Zuges und war mehr als 12 Stunden vor Ort im Einsatz.

Ein brennender Wohnanhänger forderte uns und die Einsatzkräfte aus Golzow im Bereich der Bahnverbindung Golzow – Joachimsthal. Zum Glück blieb eine Ausbreitung auf das nahe Waldgebiet aus.

Auf dem verlassenen Gelände des SVKE brannten im Mai Unrat und Einrichtungsgegenstände in einem Gebäude. Ein im ersten Augenblick kleiner Brand, der mit einer Kübelspritze gelöscht werden sollte, entwickelte sich nach weiterer Erkundung zu einem größeren Einsatz. Vor allem die unzähligen Unterlagen und die zurückgelassenen Möbel waren ein guter Nährboden für ein Schadenfeuer.

Anfang November wurden wir zur Unterstützung bei einem Gebäudebrand nach Joachimsthal gerufen. Vor Ort brannte eine Garage in voller Ausdehnung. Die schlechte Wasserversorgung und die Gefahr der Brandausbreitung auf das Wohngebäude, machte unseren Einsatz erforderlich. Wir unterstützen vor Ort beim Aufbau einer Wasserversorgung und den Pendelverkehr mit unserem TLF. Nach etwa 3 Stunden konnten wir die Rückfahrt antreten.

Die Technische Hilfeleistung ist auch im Jahr 2025 das Hauptgeschäft und sorgte für 38 Alarmierungen. Bei 12 Verkehrsunfällen wurden 16 Personen verletzt.

Bei einem schweren Verkehrsunfall zwischen Britz und Golzow kam ein Pkw von der Fahrbahn ab und überschlug sich mehrfach. Die vier Insassen wurden schwer verletzt. Eine Person verstarb leider im Krankenhaus.

Ein spektakulärer Unfall ereignete sich ende Oktober. Dort kam mitten in der Nacht ein Pkw in den S-Kurven von der Fahrbahn ab, überschlug sich und blieb senkrecht an einem Baum stehen. Beide Insassen waren glücklicherweise nur leicht verletzt.

Türnotöffnungen sind auch bei uns mittlerweile Tagesgeschäft und führen regelmäßig zu Einsatzalarmierungen. So wurden wir 2025 zu 6 Notfallöffnungen gerufen. Für eine Person kam unsere Hilfe leider zu spät.

Einsätze bleiben in der Regel in Erinnerung, wenn sie besonders sind. Dabei müssen es nicht immer spektakuläre Brände oder Unfällen sein. Im April forderte uns die Polizei an, um bei einer Person die Handschellen zu öffnen. Mit etwas Öl und einem kleinen Ruckler, konnte die Person von den Fesseln befreit werden.

Eine massive Ölspur im Blütenberger Weg sorgte für einen Einsatz von mehr als 3 Stunden. Ein Schlauch-Platzer an der hydraulischen Lenkung eines Traktors machte die Straße zu einer Rutschbahn. Mit etlichen Kilo Bindemittel wurde die Fahrbahn abgestumpft und im Anschluss durch eine Fachfirma gereinigt. 

Im September wurden wir besonders gefordert. Insgesamt 8 Alarme galt es zu bearbeiten. 2 Ölspuren, 2 Verkehrsunfälle mit Verletzten, 1 Sturmschaden, 1 Tragehilfe für den Rettungsdienst und 1 Kleinbrand wurden der Statistik hinzugefügt. Verteilt auf die Wochentage sind in der Regel keine Besonderheiten zu erkennen. Am Wochenende und freitags ist das Einsatzaufkommen in diesem Jahr leicht erhöht.

Etwa 30 % der unserer Einsätze liegen im kritischen Tageszeitraum von 7 – 17 Uhr, in der mit fehlenden Kameradinnen und Kameraden zu rechnen ist.


Ausbildung

Im vergangenen Jahr konnten wir unseren Ausbildungsstand erneut verbessern und verfügen damit über folgenden Ausbildungsstand:

  • 21 Sprechfunker
  • 18 Maschinisten, davon 10 mit der Klasse C oder CE
  • 17 Atemschutzgeräteträger
  • 16 Einsatzkräfte sind in der Technische Hilfeleistung geschult
  • 19 Motorkettensägenführer
  • 3 Gerätewarte
  • 18 Truppführer
  • 4 Gruppenführer
  • 3 Zugführer
  • 1 Verbandsführer

Aufgeteilt auf 53 Ausbildungsdienste führten wir mehr als 124 Stunden Standortausbildung durch. Die Hauptthemen spiegelten dabei das regelmäßige Einsatzgeschehen wider. Im März führten wir eine Ganztagsausbildung mit dem Schwerpunkt der Technischen Hilfeleistung durch. Dabei wurden nicht nur die klassische Pkw-Rettung geübt, sondern auch andere Szenarien wie u. a. der Transport von Technik über den Schienenweg unter Zuhilfenahme unseres Bahnrollsatzes.


Veranstaltungen / Aktivitäten

Neben den Einsätzen und Ausbildungsveranstaltungen waren wir auch 2025 wieder aktiv in das Ortsleben eingebunden. In diesem Jahr standen besonders viele Jubiläen an. Wir versuchten überall präsent zu sein.

Unser Veranstaltungsjahr beginnt wie üblich mit dem traditionellen Neujahrsfeuer im Januar. Bei eisigem Wind verirrten sich nicht allzu viele ans Feuer. Die geheizte Fahrzeughalle hingegen war gut gefüllt.

Mit der Absicherung des Lagerfeuers des Brandschutzvereins wird auch für uns das Osterfest eingeleitet.

Mitte Mai erhielten wir Besuch von kleinen „Feuerwehrleuten“. Die Kinder der Kita Britz waren auf Stippvisite und löcherten uns mit unzähligen Fragen zum Feuerwehrleben.

Am 24. Mai feierte die Ortswehr Stolzenhagen ihren 100. Geburtstag. Wir waren beim Festumzug mit dem TLF vertreten. Alex und Miguél konnten im Anschluss ihr Talent beim Bullenreiten unter Beweis stellen. Für eine Platzierung unter den ersten drei hat es leider nicht gereicht.

Am 02.06. waren wir beim Kinderfest der Schule zu gegen.

Einmal jährlich führen wir eine Begehung der Fleischwerke in Britz durch. Im Rahmen einer Operativ-Taktischen-Schulung (OTS) versuchen wir uns das unübersichtliche Gelände und die zahllosen Gänge und Rähme einzuprägen, um im Einsatzfall sicher handeln zu können. Da wir in Regel nicht allein im Einsatz sind, ist dies ein Gemeinschaftstermin unter unserer Leitung für alle Ortswehren gemäß Alarm- und Ausrückeordnung.

Am 14.06.2025 richtete die Jugendfeuerwehr Sandkrug-Neuehütte den Amtsjugendpokalausscheid aus. Zeitgleich wurde das 25. Gründungsjubiläum ihrer Jugendfeuerwehr gefeiert. Unsere Kinder und Jugendlichen kämpften mit vielen weiteren Jugendfeuerwehren um eine gute Platzierung. Wir waren mit dem TLF vor Ort und begleiteten den Festumzug durchs Dorf.

Bei sengender Hitze führen wir unseren Schnuppertag durch. Am 21.06. luden wir unsere Einwohnerinnen und Einwohner ein, um sich ein Bild über unsere Arbeit zu machen. Eine Veranstaltung, die vorrangig dazu dienen soll, neue Mitglieder zu gewinnen.

Auch die Kinder der Schule Britz besuchen uns nun schon regelmäßig im Gerätehaus, so auch am 30.06.

Eine neue Tradition hat sich mit der Verabschiedung der Kita-Kinder etabliert. Diese feiern kurz vor den Sommerferien den Übergang von der Kita in die Schule mit einer Übernachtungsparty. Wir schauten kurz vorbei, wünschten für den Schulanfang viel Erfolg und überreichten kleine Präsente.

Am 19.07. unterstützten wir die Ortsfeuerwehr Liepe bei ihrem Tag der offenen Tür. Mit unserem Tanklöschfahrzeug waren wir Teil einer kleinen Einsatzübung.

Anfang August feierte der Britzer Angelverein sein großes Jubiläum. Wir halfen beim Auf- und Abbau.

Am letzten Augusttag stand der Blaulichtmarsch in Eberswalde an. Letztmalig unter der Organisation und Führung von Antonia aber hoffentlich nicht zum letzten Mal.

Das Stadtlaufwochenende war für uns mal wieder eine besondere Herausforderung. Gleich drei Termine waren durch uns abzusichern. Am 12.09. besuchte uns eine Gruppe des Lebenshilfevereins und schaute sich unser Gerätehaus sowie unsere Fahrzeuge an. Am Samstag führten wir eine technische Rettungsübung vor. Diverse Notärzte und medizinisches Personal begutachtete die Rettung von eingeklemmten Personen in einem Pkw am Zentrum für Brand- und Katastrophenschutz. Am Sonntag unterstützten wir bei den Absperrmaßnahmen anlässlich des Eberswalder Stadtlaufes.

Am 20.09. begleiteten wird den Festumzug der Feuerwehr Hohenfinow. Diese feierte bei bestem Wetter ihren 110. Geburtstag. 

Der jährliche Martinsumzug der Schule Britz wird durch unsere Jugendfeuerwehr angeführt. Wir begleiteten den Zug mit unseren Löschfahrzeugen und sicherten die Strecke ab.

Das Anbringen der Lichterkette läutet auch bei uns die Vorweihnachtszeit ein. Die Anzahl der angebrachten Ketten scheint von Jahr zu Jahr anzusteigen.

Am zweiten Advent fand das Familienadventsfest auf dem Sportplatz statt. Wir sicherten die Feuerschalen ab.

Der letzte offizielle Veranstaltungstermin war 19.12.2025. Erstmalig fand auf dem Bahnhofsvorplatz das Adventssingen statt.


Wache

Im August begannen die Sanierungsarbeiten an unserem Gerätehaus. Mit der Aufstellung einer Rüstung war auch für alle anderen erkennbar, dass etwas passiert. Die bröckelige Fassade der westlichen Giebelseite wurde entfernt und für einen Putz vorbereitet. Teile des Daches mussten aufgenommen und die Holzkonstruktion verstärkt sowie 2 Wandanker verbaut werden, um weitere Tragwerksschäden am Gebäude zu verhindern. Mit der Maßnahme konnte ein seit der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses geäußerter Wunsch nach einem Dachfenster in der Küche Wirklichkeit werden.


Dankesworte

Ein großer Dank geht an Einsatzkräfte meiner Ortsfeuerwehr Britz. Ohne eure Opferbereitschaft, euren Mut und den festen Willen an die Sache, die ihr in den vergangenen Jahrzehnten an den Tag gelegt habt, wären wir heute nicht an dem Punkt, wo wir derzeit stehen. Ohne uns ehrenamtliche Helferinnen und Helfer würde das System der permanenten Verfügbarkeit von Hilfe zusammenbrechen. Menschenleben, Tiere oder Sachwerte wären so in großer Gefahr.

Auch unser Feuerwehrförderverein Britz-Kolonie e. V. muss hier Erwähnung finden. Ohne ihn wäre die Spendenakquise und die Durchführung von Veranstaltungen deutlich schwieriger.

Weiterhin bedanke ich mich bei allen Wegbegleitern, Unterstützern und Helfern, die mir und der Feuerwehr Britz immer zur Seite stehen. 

Für das Jahr 2026 wünsche ich mir, dass wir unsere Einsatzabteilung personell aufstocken können und die Belastung meiner Kameradinnen und Kameraden abnimmt. Weiterhin wünsche ich uns allen einen guten Start ins neue Jahr, viel Erfolg und Glück.

Daniel Gerhardt
Brandinspektor
Ortswehrführer Britz
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